Andauernde humanitäre Krise im Jemen

Der Konflikt im Jemen bedeutet für die Kinder die lebende Hölle. Über 24 Millionen Menschen - beinahe die gesamte Bevölkerung des Landes - benötigen humanitäre Hilfe. Die Zerstörung der Infrastruktur hat die Grundversorgung lahmgelegt. Sie sind mit akutem Nahrungsmangel, Krankheiten, Vertreibung und fehlendem Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen konfrontiert. Mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Jemen funktionieren nicht mehr, weil sie beschädigt sind oder Budget und Personal fehlen. Seit über zwei Jahren werden Beschäftigte im Gesundheitsbereich nicht mehr bezahlt. Der Kampf um die Hafenstadt Hodeida (Hudaida) erschwert die humanitäre Hilfe zusätzlich.

Schätzungsweise 10 Millionen Einwohner leiden unter Mangelernährung, darunter sind 360.000 Kinder unter 5 Jahren die unter akuter Unterernährung leiden. Insgesamt sind schätzungsweise zwei Millionen Kinder mangelernährt. Im Jahr 2018 haben wir mit unseren Partnern über 630.000 Schwangere zu Hause mit medizinischer Beratung und Ausstattung versorgt, um jedem Neugeborenen eine Chance aufs Überleben zu geben.


Die Lage im Jemen


  • 24,1 Millionen oder 80 % der jemenitischen Bevölkerung benötigen humanitäre Hilfe.
  • Gesamtzahl der Kinder in Not: 11,3 Millionen
  • 1,2 Millionen Kinder leben in Gebieten mit schwerer, kriegsbedingter Gewalt.
  • Seit dem Stockholmer Abkommen vom 13.12.18 wurden jeden Tag mindestens acht Kinder getötet oder verletzt.


  • Schätzungsweise 1,8 Millionen Kinder im Jemen sind mangelernährt, darunter 360.000 Kinder unter 5 Jahren mit schwerer akuter Unterernährung, die ums Überleben kämpfen.
  • 1,1 Millionen schwangere oder stillende Frauen sind akut unterernährt.
  • 12 Millionen Jemeniten, darunter 2 Millionen Kinder, sind 2019 von der Nahrungsmittelhilfe abhängig.


  • Jede fünfte Schule im Jemen kann nicht mehr genutzt werden, weil sie beschädigt ist, bei den Kämpfen oder zur Unterbringung vertriebener Familien verwendet wird.
  • Die meisten Lehrer*Innen an öffentlichen Schulen wurden seit mehr als zwei Jahren nicht mehr bezahlt.
  • Mehr als 2 Millionen Kinder - oder ein Drittel aller schulpflichtigen Kinder - können nicht in die Schule gehen, ein Anstieg von fast einer halben Million Kindern seit der Eskalation des Konflikts. 


  • Nur die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Jemen sind funktionstüchtigund auch diesen fehlen Medikamente, Ausrüstung und Personal.
  • Mehr als ein Viertel aller vermuteten Cholera-Fälle sind Kinder unter fünf Jahren.
  • Fast 16,4 Millionen Menschen (8,4 Millionen Kinder) benötigen eine medizinische Grundversorgung.


  • Schätzungsweise 16 Millionen Menschen (8,1 Millionen Kinder) haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen oder Hygiene.
  • Nur ein Drittel der jemenitischen Bevölkerung ist an ein Leitungsnetz angeschlossen.


So hilft UNICEF im vom Krieg gebeutelten Jemen - Ergebnisse 2018

  • Ernährung: Über 345.000 schwerwiegende, akut mangelernährte Kinder unter fünf Jahren wurden stationär behandelt und 3,8 Millionen erhielten Mikronährstoffe. Zusätzlich versorgen wir die Bevölkerung mit Spezialnahrung.

  • Wasser & Hygiene: Fast 5 Millionen Menschen bekamen Zugang zu sauberem Trinkwasser und beinahe 1 Million Menschen Zugang zu einer sicheren Notwasserversorgung (Tanks, Lieferungen).

  • Gesundheit: 1 Million Kinder unter 5 Jahren erhielten eine medizinische Grundversorgung, über 4 Millionen Kinder wurden gegen Polio geimpft. 634.000 schwangere Frauen und stillende Mütter bekamen Zugang zu medizinischer Grundversorgung.

  • Schule: 157.000 vom Konflikt betroffene Kinder erhielten Zugang zu Bildung über temporäre Lernräume, Schulrehabilitationen, Schulstipendien und Klassenzimmermöbel.


Jemen: Ihre Hilfe kommt an

Beispiele aus der Hilfe vor Ort



Hintergrundwissen: Hunger und Mangelernährung

Offiziell wird eine Hungersnot von der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. Sie kann sich dabei auf die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten „IPC-Phasen“ berufen. IPC steht für „Integrated Food Security Phase Classification“. Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins „Minimal“ über „Strapaziert“ (Englisch: Stressed), „Krise“ (Crisis), „Notsituation“ (Emergency) bis hin zu Phase fünf „Hungersnot“ (Famine) reichen.
Bei einer Hungersnot fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und/oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser, wodurch zahlreiche Menschen hungern und sterben. Das ist aktuell in Teilen des Südsudan (Unity State) der Fall. Zu den Kriterien gehört zum Beispiel auch, dass mehr als 15 Prozent der Kinder in einem Gebiet an schwerer akuter Mangelernährung leiden. In einigen Hungergebieten im Südsudan liegt der Anteil dieser Kinder derzeit bei über 30 Prozent.

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung. Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

UNICEF verfügt über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung und kann daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen. Durch Spenden, die vor allem durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen SpenderInnen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten wie Proteinriegel, Erdnusspaste, Vitamin-A Tabletten oder orales Rehydrierungssalz an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wird die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – zum Beispiel, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Für die Behandlung setzt UNICEF therapeutische Zusatznahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser. Die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder diese Nahrung auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen.
Die mangelernährten Mädchen und Buben erhalten die therapeutische Nahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht. Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.



Gemeinsam können wir den Kindern im Jemen helfen!

UNICEF verstärkt seine Bemühungen im Jemen, damit auch die Kinder in diesem Land nicht vergessen werden. Helfen Sie uns dabei, auch Kinder zu schützen, deren Probleme in der breiten Öffentlichkeit zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Bitte spenden Sie noch heute!



30 Euro helfen den Kindern im Jemen mit 206 Impfstoffen.

70 Euro versorgen zwei Kinder im Jemen mit Erdnusspaste für mehr als einen Monat.

100 Euro versorgen zum Beispiel 22 Kinder im Jemen mit Schulsachen.

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste oder klicken Sie neben das Formular.


Spendennummer: SO 1250

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