Ein Bub wird im Jemen von einem UNICEF Mitarbeiter auf Mangelernährung untersucht.

UNICEF hilft: Cholera, Hunger & Wassermangel im Jemen

Der Konflikt im Jemen bedeutet für die Kinder die lebende Hölle. Über 11 Millionen Kinder - 80 Prozent aller Kinder im Land - benötigen humanitäre Hilfe. Die Zerstörung der Infrastruktur hat die Grundversorgung  lahmgelegt. Sie sind mit akutem Nahrungsmangel, Krankheiten, Vertreibung und fehlendem Zugang zu grundlegenden sozialen Dienstleistungen konfrontiert. Mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Jemen funktionieren nicht mehr, weil sie beschädigt sind oder Budget und Personal fehlen. Seit über zwei Jahren werden Beschäftigte im Gesundheitsbereich nicht mehr bezahlt. Der Kampf um die Hafenstadt Hodeida (Hudaida) erschwert die humanitäre Hilfe zusätzlich.

Schätzungsweise 16 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und Hygieneversorgung, darunter sind 1,2 Millionen Menschen in akuter Not. Die Überlebenschancen für die fast 400.000 schwer unterernährten Kinder, die im Jemen um ihr Leben kämpfen, werden von Tag zu Tag kleiner. Insgesamt sind zwei Millionen Kinder mangelernährt.

Bitte spenden Sie, um die Kinder im Jemen zu retten!


Die Lage vor Ort

Ein Bub rollt einen Reifen, im Hintergrund nur zerstörte Häuser.
© UNICEF/UN073958/Clarke
Saada, Jemen: Ein kleiner Bub spielt vor den zerstörten Häusern seiner Heimatstadt.
  • Mehr als 306.000 Menschen, davon 164.000 Kinder, wurden Anfang Oktober gegen Cholera geimpft. Ein Waffenstillstand machte dies möglich. Seit April 2017 gab es 1,2 Millionen vermutete Choleraerkrankungen und 2.515 Tote im Jemen. 
  • 8,6 Millionen Kinder haben keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen. Insgesamt brauchen 16 Millionen Menschen adäquate Hygiene.
  • 440.000 Kinder unter fünf Jahren sind von akuter Mangelernährung betroffen. Seit Beginn des Jahres wurden mehr als 2 Millionen Kinder auf Mangelernährung untersucht und im Bedarfsfall behandelt.
  • 4 Millionen Kinder benötigen Zugang zu Bildung.
  • Die UNO schätzt, dass derzeit mindestens 600.000 Zivilisten in und um Hodeida (Hudaida) leben, wobei mindestens 250.000 Menschen unmittelbar gefährdet sind. Über die Hälfte davon sind Kinder. Von unserem Büro in Sana'a aus steuern wir unsere humanitäre Reaktion auf die Situation in Hodeida (bzw. Hudaida), um die kontinuierliche Bereitstellung lebensrettender Hilfsmaßnahmen fortführen zu können.

Der Krieg im Jemen bedeutet für immer mehr Kinder extreme Armut, Krankheiten und Lebensgefahr.

Meritxell Relaño, Leiterin von UNICEF Jemen


So hilft UNICEF

Firas liegt in einem Krankenbett. es wird befürchtet, dass er Cholera hat.
© UNICEF/UN0240907/Saeed
Der kleine Firas wird in der Region Hodeida in einem der letzten funktionierenden Krankenhäuser behandelt. Es besteht der Verdacht auf Cholera.
  • Ernährung: Wir verstärken den Kampf gegen Mangelernährung mit Gesundheitszentren, mobilen Teams, Gesundheitshelfern in den Dorfgemeinschaften und Freiwilligen, um auch schwer erreichbaren Kindern helfen zu können. Zusätzlich versorgen wir die Bevölkerung mit Spezialnahrung. Mehr als 14 Tonnen Hilfsgüter wurden bereits geliefert.
  • Wasser: Nachdem in den meisten Städten die Wasserversorgung zusammengebrochen ist, hilft UNICEF Kinder und ihre Familien mit Wasser zu versorgen. UNICEF hilft unter anderem mit Chlor gereinigtem Trinkwasser, Brunnen, Tanklastwagen und der Desinfektion von Wassertanks. Außerdem werden Wasserreinigungstabletten und Hygiene-Sets, die Seifen und Waschpulver beinhalten, an die Menschen verteilt. Wassersyteme sind noch immer Ziele von Angriffen.
  • Hygiene: Durch sauberes Wasser, Schulungen und die Verteilung von Seife und anderen Hygieneartikeln, wird die Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten eingedämmt. Viele vermeidbare Todesursachen können so verhindert werden.
  • Gesundheit: Bis jetzt wurden 29 Tonnen medizinische Ausrüstung in den Jemen gebracht, vor allem um Durchfall zu behandeln, der durch das verschmutzte Wasser entsteht. Mit Gesundheitszentren, Medikamenten und Impfungen wird das Leid der Bevölkerung gemildert. Im August 2018 wurde eine landesweite Polio-Impfkampagne durchgeführt, die sich an mehr als fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren richtete. UNICEF hat 4,2 Millionen Kinder mit Schluckimpfungen versorgt. Weitere 2,8 Millionen Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren erhielten Vitamin A.
  • Schule: 3,7 Millionen Kinder laufen Gefahr, die Schule abzubrechen. UNICEF unternimmt weiterhin alle Anstrengungen, um den Zusammenbruch des Bildungssystems zu verhindern. Insbesondere durch Anreize für die LehrerInnen, die seit Oktober 2016 keine Gehälter mehr erhalten haben. Diese Situation hat starke Auswirkungen sowohl auf den Zugang als auch auf die Qualität der Bildung. Kinder, die nicht in die Schule gehen, sind einem höheren Rekrutierungsrisiko durch Streitkräfte und andere bewaffnete Gruppen ausgesetzt.

Jemen: Ihre Hilfe kommt an

Beispiele aus der Hilfe vor Ort



Hintergrundwissen: Hunger und Mangelernährung

Offiziell wird eine Hungersnot von der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. Sie kann sich dabei auf die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten „IPC-Phasen“ berufen. IPC steht für „Integrated Food Security Phase Classification“. Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins „Minimal“ über „Strapaziert“ (Englisch: Stressed), „Krise“ (Crisis), „Notsituation“ (Emergency) bis hin zu Phase fünf „Hungersnot“ (Famine) reichen.
Bei einer Hungersnot fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und/oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser, wodurch zahlreiche Menschen hungern und sterben. Das ist aktuell in Teilen des Südsudan (Unity State) der Fall. Zu den Kriterien gehört zum Beispiel auch, dass mehr als 15 Prozent der Kinder in einem Gebiet an schwerer akuter Mangelernährung leiden. In einigen Hungergebieten im Südsudan liegt der Anteil dieser Kinder derzeit bei über 30 Prozent.

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung. Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

UNICEF verfügt über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung und kann daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen. Durch Spenden, die vor allem durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen SpenderInnen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten wie Proteinriegel, Erdnusspaste, Vitamin-A Tabletten oder orales Rehydrierungssalz an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wird die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – zum Beispiel, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Für die Behandlung setzt UNICEF therapeutische Zusatznahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser. Die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder diese Nahrung auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen.
Die mangelernährten Mädchen und Buben erhalten die therapeutische Nahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht. Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.

Gemeinsam können wir den Kindern im Jemen noch helfen

UNICEF verstärkt seine Bemühungen im Jemen, damit auch die Kinder in diesem Land nicht vergessen werden. Helfen Sie uns dabei, auch Kinder zu schützen, deren Probleme in der breiten Öffentlichkeit zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Bitte spenden Sie noch heute!

 



Die Kinder im Jemen und Ihre Familie brauchen uns dringend. Bitte helfen Sie noch heute!

Ein Mädchen im Jemen bekommt eine Impfung.

30 Euro helfen den Kindern im Jemen mit 206 Impfstoffen.

Ein kleiner Bub bekommt eine Erdnusspaste.

70 Euro versorgen zwei Kinder im Jemen mit Erdnusspaste für mehr als einen Monat.

Ein Mädchen freut sich über ihre neuen Stifte.

100 Euro versorgen zum Beispiel 22 Kinder im Jemen mit Schulsachen.

Yayah bei der Untersuchung im Jemen.

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste oder klicken Sie neben das Formular.


UNICEF News zu Jemen und weiteren Notfällen

UNICEF-Situationsbericht: Die Tragödie der Kinder im Jemen stoppen

Sieben Millionen Kinder im Jemen gehen jeden Tag hungrig ins Bett. Fast vier Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs im Jemen ist die Situation der Kinder...

lesen >>

Krieg im Jemen: Hunderttausende Kinder in Lebensgefahr

Hudaydah/Wien. Die Situation im Jemen spitzt sich weiter zu. Die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand rücken weiter in die Ferne. Die Schwächsten der...

lesen >>

Nach Tsunami in Indonesien: UNICEF liefert 30 Tonnen Schulmaterial

UNICEF kündigt heute die Lieferung von 30 Tonnen Schulmaterial von seinem logistischen Zentrum in Dubai für die vom Tsunami betroffenen Gebiete in...

lesen >>