Ein Bub wird im Jemen von einem UNICEF Mitarbeiter auf Mangelernährung untersucht.

Drei Jahre Krieg: Cholera, Hunger & Wassermangel im Jemen

Der Krieg im Jemen wird zu einer vergessenen Krise. Rund 22 Millionen Menschen benötigen Hilfe. Mehr als 1,8 Millionen Kinder unter 5 Jahren im Jemen sind bereits jetzt schwer mangelernährt. Seit dem Ausbruch des Krieges leidet die Bevölkerung unter Hunger, dem Zusammenbruch der Wasserversorgung in vielen Städten, Armut und dem Ausbruch von Krankheiten, insbesondere Cholera. Es gibt bereits tausende Fälle dieser Durchfallerkrankung, die vor allem für Kinder tödlich enden kann. Momentan benötigen 16 Millionen Menschen sauberes Trinkwasser.

UNICEF befindet sich vor Ort und hilft den Kindern. Für Nahrung, Wasser und Medikamente benötigen wir Ihre Hilfe. Bitte spenden Sie noch heute!


Die Lage vor Ort

Ein Bub spielt mit einem Reifen. Im Hintergrund sind zerstörte Häuser zu sehen.
© UNICEF/UN073958/Clarke
Saada, Jemen: Ein kleiner Bub spielt vor den zerstörten Häusern seiner Heimatstadt.
  • Momentan gibt es rund 859.000 Cholera-Verdachtsfälle und bereits mehr als 2.000 Tote
  • 8,6 Millionen Kinder haben keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Einrichtungen.
  • 1,8 Millionen Kinder sind akut mangelernährt. 1,1 Millionen stillende Mütter sind ebenso von Mangelernährung betroffen, mit weitreichenden Konsequenzen für ihre Babys.
  • Mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Jemen sind wegen Schäden oder fehlendem Budget bzw. Personal nicht einsatzfähig.
  • Immer mehr Kinder werden als Soldaten für den Krieg rekrutiert, manche von ihnen schon im Alter von acht Jahren. Die Zahl der Kindersoldaten hat sich vervielfacht.
  • Fast zwei Millionen Kinder haben die Schule verlassen. Dreiviertel der jemenitischen Lehrer wurden seit Oktober 2016 nicht bezahlt. In etwa 4 Millionen Kinder benötigen Hilfe in diesem Bereich, da sie entweder keine Materialien, LehrerInnen oder sichere Räumlichkeiten haben.
  • Die UNO schätzt, dass derzeit mindestens 600.000 Zivilisten in und um al-Hudaida leben, wobei mindestens 250.000 Menschen unmittelbar gefährdet sind. Über die Hälfte davon sind Kinder. Von unserem Büro in Sana'a aus steuern wir unsere humanitäre Reaktion auf die Situation in al-Hudaida, um die kontinuierliche Bereitstellung lebensrettender Hilfsmaßnahmen fortführen zu können.
  • Ein Containerschiff mit 50 Tonnen medizinischen Hilfsgütern für 250.000 Kinder machte sich am 25.06.2018 auf den Weg nach al-Hudaida (Hodeida).

Der Krieg im Jemen bedeutet für immer mehr Kinder extreme Armut, Krankheiten und Lebensgefahr.

Meritxell Relaño, Leiterin von UNICEF Jemen

So hilft UNICEF

Jemen: Brunnen und Wasserstationen helfen nach der Zerstörung der Wasserversorgung.
© UNICEF/UN026923/Rahmah
Saada, Jemen: Die Wasserversorgung ist zusammengebrochen. Daher werde am Stadtrand von Saada Brunnen und Wasserstationen gebaut.
  • Ernährung: Wir verstärken den Kampf gegen Mangelernährung mit Gesundheitszentren, mobilen Teams, Gesundheitshelfern in den Dorfgemeinschaften und Freiwilligen, um auch schwer erreichbaren Kindern helfen zu können. Zusätzlich versorgen wir die Bevölkerung mit Spezialnahrung. Mehr als 14 Tonnen Hilfsgüter wurden bereits geliefert.
  • Wasser: Nachdem in den meisten Städten die Wasserversorgung zusammengebrochen ist, hilft UNICEF Kinder und ihre Familien mit Wasser zu versorgen. UNICEF hilft dabei, mit Chlor gereinigtes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen und Brunnen, Tanklastwagen und Wassertanks zu desinfizieren. Außerdem werden Wasserreinigungstabletten und Hygiene-Sets, die Seifen und Waschpulver beinhalten, an die Menschen verteilt.. Insgesamt 4,5 Millionen Menschen wurden 2016 mit Wasser und Sanitäreinrichtungen versorgt. 2017 sollen gut 4 Millionen Menschen sicheren Zugang zu Wasser erhalten.
  • Hygiene: Durch sauberes Wasser, Schulungen und die Verteilung von Seife und anderen Hygieneartikeln, wird die Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten eingedämmt. Viele vermeidbare Todesursachen können so verhindert werden.
  • Gesundheit: Bis jetzt wurden 29 Tonnen medizinische Ausrüstung in den Jemen gebracht, vor allem um Durchfall zu behandeln, der durch das verschmutzte Wasser entsteht. Mit Gesundheitszentren, Medikamenten und Impfungen wird das Leid der Bevölkerung gemildert.
  • Finanzielle Hilfe: Seit Ende 2015 haben 100.000 Menschen, die Hälfte davon Kinder unter 18 Jahren, humanitäre Bargeldhilfe erhalten, um ihren täglichen Überlebenskampf zu mildern.

Elias wünscht sich Frieden und Sicherheit

Elias wünscht sich, dass sein Leben wieder wird, wie es vor dem Krieg war.
© UNICEF/UN028052/Fuad
Elias wünscht sich, dass alles wieder so wird wie vor dem Krieg.

Der 14-jährige Elias lebt in einem Flüchtlingslager nahe der Hauptstadt Sanaa. „Ich wünsche mir Frieden und Sicherheit und eine Schule. Wir brauchen Krankenhäuser, Lebensmittel und Wasser. Ich möchte einfach, dass alles wieder so ist wie vorher.“

UNICEF behandelt Kinder im Jemen gegen Unterernährung und hilft mit Wasserversorgung, medizinischer Versorgung, Impfungen und Notschulen. Im Bereich Kinderschutz leistet UNICEF psychosoziale Betreuung und informiert die Bevölkerung über Sicherheitsmaßnahmen zu Minen und Bomben.



Hintergrundwissen: Hunger und Mangelernährung

Offiziell wird eine Hungersnot von der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. Sie kann sich dabei auf die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten „IPC-Phasen“ berufen. IPC steht für „Integrated Food Security Phase Classification“. Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins „Minimal“ über „Strapaziert“ (Englisch: Stressed), „Krise“ (Crisis), „Notsituation“ (Emergency) bis hin zu Phase fünf „Hungersnot“ (Famine) reichen.
Bei einer Hungersnot fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und/oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser, wodurch zahlreiche Menschen hungern und sterben. Das ist aktuell in Teilen des Südsudan (Unity State) der Fall. Zu den Kriterien gehört zum Beispiel auch, dass mehr als 15 Prozent der Kinder in einem Gebiet an schwerer akuter Mangelernährung leiden. In einigen Hungergebieten im Südsudan liegt der Anteil dieser Kinder derzeit bei über 30 Prozent.

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung. Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

UNICEF verfügt über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung und kann daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen. Durch Spenden, die vor allem durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen SpenderInnen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten wie Proteinriegel, Erdnusspaste, Vitamin-A Tabletten oder orales Rehydrierungssalz an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wird die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – zum Beispiel, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Für die Behandlung setzt UNICEF therapeutische Zusatznahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser. Die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder diese Nahrung auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen.
Die mangelernährten Mädchen und Buben erhalten die therapeutische Nahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht. Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.

Gemeinsam können wir den Kindern im Jemen noch helfen

UNICEF verstärkt seine Bemühungen im Jemen, damit auch die Kinder in diesem Land nicht vergessen werden. Helfen Sie uns dabei, auch Kinder zu schützen, deren Probleme in der breiten Öffentlichkeit zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Bitte spenden Sie noch heute!

 



Die Kinder im Jemen und Ihre Familie brauchen uns dringend. Bitte helfen Sie noch heute!

Hadiza aus Nigeria ist stark mangelernährt und bekommt jetzt Spezialnahrung

30 Euro machen mangelernährte Kinder mit 77 Packungen Erdnusspaste satt

Angola: Tuhafeni bekommt Spezialnahrung um wieder zu Kräften zu kommen.

70 Euro helfen dabei mangelernährte Kinder mit 92 Packungen Spezialmilch zu versorgen

Haiti: Die kleine Cherline bekommt Proteinkekse um wieder auf die Beine zu kommen.

100 Euro machen mangelernährte Kinder mit 384 Stück Proteinkeksen satt

In der Zentralafrikanischen Republik erfreuen sich drei Buben ihres Lebens.

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste.


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