Ernährung - Genug Essen für jedes Kind

Mehr als 5 Millionen Kinder sterben jedes Jahr vor ihrem 5. Geburtstag. Das sind 640 Kinder jede Stunde oder 10 Kinder pro Minute. Für die Hälfte dieser Todesfälle ist Mangelernährung mitverantwortlich. Außerdem können sich mangelernährte Kinder nicht richtig entwickeln und bleiben oft ihr Leben lang geistig und körperlich zurück. In Entwicklungsländern leiden mehr als ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren an Untergewicht. Viele davon in einem lebensbedrohlichen Ausmaß.

Durch Mangelernährung leiden 159 Millionen Kinder weltweit an einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung (stunting) und zusätzliche 50 Millionen sind von akuter Unterernährung und Fehlwachstum (wasting) betroffen. 

Die Ursachen für Unterernährung sind Armut, fehlende Bildung und Benachteiligung. Lösungsansätze müssen daher über Nahrungsmittellieferungen hinausgehen. Krankheiten wie Malaria und Durchfall entziehen Kindern Nährstoffe, HIV/AIDS zerstört jenes Betreuungsnetzwerk, das Kinder brauchen, um ausreichend ernährt und betreut zu werden.

Zahlen und Trends

Mehr als die Hälfte aller weltweit unterernährten und unterentwickelten Kinder leben in Asien (57%). Mehr  als ein Drittel in Afrika (37%). Während es in Afrika von 1990 bis 2014 ein Rückgang unterernährter Kinder von 24% zu beobachten gibt, reduzierte sich die Anzahl in Asien sogar um 47%. In Ostasien wurde ein Rückgang unterernährter Kinder von 82% verzeichnet, jedoch ein Zuwachs von 22% übergewichtiger Kinder.

Im Gegensatz dazu, ging die Anzahl unterentwickelter Kinder in Südasien um 41% zurück. Jedoch leben in Südasien circa 25,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren mit Fehlwachstum, was die Hälfte aller akut unternährten Kinder weltweit ausmacht.

UNICEF macht darauf aufmerksam, dass neben Untergewicht auch die weltweite Fettleibigkeit eine Gefahr für die Gesundheit von 41 Millionen Kindern darstellt, weil dadurch Krankheiten wie Diabetes oder Herzfehlfunktionen entstehen können.

Nachdem jedoch die Auswirkungen von Fettleibigkeit nicht so gravierend sind wie die der Unterernährung, ist die Problemlage in internationalen und nationalen Ernährungs- und Gesundheitsprogrammen unterrepräsentiert. 


So helfen wir

Wir beugen Mangelernährung vor

UNICEF informiert Familien und Gemeinden über die optimale Versorgung ihrer Kinder. Wir stellen auch Maßbänder und Waagen bereit, um die Kinder regelmäßig zu messen und zu wiegen. So lässt sich drohende Mangelernährung rechtzeitig erkennen. Zusätzlich versorgen wir Kinder mit Vitamin A und verteilen Mikronährstoff-Pulver. 

Wir bekämpfen akute Mangelernährung 

Für lebensbedrohlich mangelernährte Kinder richtet UNICEF therapeutische Ernährungszentren ein. Hier werden die Kinder langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt. Schwer ausgezehrte Kinder erhalten mit dem Löffel oder über einen Nasenschlauch kalorienreiche Spezialmilch - in kleinen Portionen, rund um die Uhr. Sobald die Kinder wieder feste Nahrung aufnehmen können, versorgen wir sie mit einem nahrhaften Mais-Soja-Brei, unserem UNIMIX-Brei. Ein weiteres exzellentes Hilfsgut zur Bekämpfung von Mangelernährung ist unsere Erdnusspaste.
Wir verfügen über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung in Westafrika, Südasien und Südostasien und können daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen.
Durch Spenden, die primär durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen SpenderInnen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wir helfen Kindern in Krisenregionen

UNICEF ist in Krisenregionen vor Ort und kümmert sich um die Versorgung der Kinder. UNICEF unterstützt 24-Stunden-Ernährungszentren für schwer unterernährte Kinder, liefert Spezialnahrung und therapeutische Nahrung. 
Besonders in Krisenländern verteilt UNICEF seine bekannte und effektive Erdnusspaste, die jederzeit einsetzbar ist. Die lebensrettenden Inhaltsstoffe sind unverzichtbar beim Kampf gegen den Hungertod. UNICEF versorgt mangelernährte Kinder auch mit hoch proteinhaltigen Keksen. Diese vitamin- und mineralstoffhaltige Zusatznahrung stärkt die Abwehrkräfte der Kinder und unterstützt bei der Gewichtszunahme.

So half UNICEF 2020

  • Die Behandlung von stark mangelernährten Kindern ("child wasting") wurde von zentralen Einrichtungen auf die Gemeindeebene verlagert.
  • 4 Millionen Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung in Notsituationen wurden behandelt, darunter 227.480 Kinder im Alter von 0-59 Monaten.
  • 244 Millionen Kinder wurden im Jahr 2020 mit Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung von stunting und anderen Formen der Mangelernährung erreicht.
  • Mehr als 250 Millionen Kinder erhielten zwei Dosen Vitamin-A, um das Immunsystem zu stärken.

Bitte helfen Sie Kindern in Not mit einer Spende

30 Euro machen mangelernährte Kinder mit 92 Packungen Erdnusspaste satt.

70 Euro helfen dabei mangelernährte Kinder mit 20 Paketen Spezialmilch zu versorgen

100 Euro machen mangelernährte Kinder mit 145 Stück Energiekeksen satt

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste.

Oder helfen Sie regelmäßig mit einer UNICEF Patenschaft für Kinder

Hintergrundwissen: Hunger und Mangelernährung

Wann spricht man von einer Hungersnot?

Offiziell wird eine Hungersnot von der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. Sie kann sich dabei auf die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten „IPC-Phasen“ berufen. IPC steht für „Integrated Food Security Phase Classification“. Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins „Minimal“ über „Strapaziert“ (Englisch: Stressed), „Krise“ (Crisis), „Notsituation“ (Emergency) bis hin zu Phase fünf „Hungersnot“ (Famine) reichen.
Bei einer Hungersnot fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und/oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser, wodurch zahlreiche Menschen hungern und sterben. Das ist aktuell in Teilen des Südsudan (Unity State) der Fall. Zu den Kriterien gehört zum Beispiel auch, dass mehr als 15 Prozent der Kinder in einem Gebiet an schwerer akuter Mangelernährung leiden. In einigen Hungergebieten im Südsudan liegt der Anteil dieser Kinder derzeit bei über 30 Prozent.

Wann gilt ein Kind als mangelernährt?

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung. Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

Wie arbeitet UNICEF im Bereich Ernährung?

UNICEF verfügt über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung und kann daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen. Durch Spenden, die vor allem durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen Spender*innen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten wie Proteinriegel, Erdnusspaste, Vitamin-A Tabletten oder orales Rehydrierungssalz an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wie behandelt UNICEF Mangelernährung vor Ort?

Wird die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – zum Beispiel, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Für die Behandlung setzt UNICEF therapeutische Zusatznahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser. Die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder diese Nahrung auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen.
Die mangelernährten Mädchen und Buben erhalten die therapeutische Nahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht. Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.