10 Jahre Krieg in Syrien

Seit 10 Jahren wütet der Bürgerkrieg in Syrien. Über 6 Millionen syrische Kinder sind in dieser Zeit zur Welt gekommen und kennen nichts anderes als Gewalt und Zerstörung. Diese verlorene Generation weiß nicht, wie sich Frieden anfühlt.

Darüber hinaus leben über 2,5 Millionen Kinder als Flüchtlinge in den Nachbarländern – wie Jordanien, Libanon oder der Türkei. Die Kinder wohnen mit ihren Familien in einfachen Zeltlagern. Extreme Temperaturen, stürmischer Wüstenwind und Überflutungen durch starke Regenfälle machen das Leben für die Menschen noch beschwerlicher.

Die Lage ist katastrophal: Über 6 Millionen Kinder brauchen dringend humanitäre Hilfe. Retten Sie noch heute syrischen Kindern das Leben!




Die Lage der Kinder in Syrien

 

Nach Jahren der Zerstörung und Vertreibung kehren einige syrische Flüchtlinge in ihre alte Heimat zurück.

Im Winter wird das Leben unerträglich. Es mangelt an allem: Heizmaterial, warme Kleidung und Strom. Fenster sind zerbrochen und die Kälte kriecht in alle Winkel.

Um die Not zu lindern, liefert UNICEF Pakete mit warmer Winterkleidung. „Ich trage die Wollhaube sogar im Bett, um mich nachts warm zu halten", erzählt Ghina.

 

Schon in den ersten Monaten seines Lebens war Musab auf der Flucht vor dem Krieg. Seine Mutter war zu schwach, um ihn ausreichend zu ernähren.

„Damals hatte ich selbst kaum genug zu essen und konnte ihn deshalb nicht stillen", erinnert sich seine Mama Mashael. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Als seine Familie endlich ein Flüchtlingslager erreichte, wurde er von einem unserer UNICEF Gesundheitsteams mit therapeutischer Nahrung betreut und behandelt.

 

Durchlöcherte Stoffzelte und Plastikplanen gegen Regen und Schnee. Wie viele andere syrische Kinder sind Khaled und Shamsah bereits ihr gesamtes Leben auf der Flucht, von einem Teil des Landes in den nächsten.

Über viele Jahre leben sie in provisorischen Zelten. Sauberes Wasser oder Sanitäranlagen gibt es nicht. Die Kinder können nicht zur Schule gehen und haben keinen sicheren Ort, um in Frieden groß zu werden. UNICEF arbeitet daran, auch Kinder in den entlegensten Regionen mit dringenden Hilfsgütern zu erreichen.

 

„Ich habe gelernt, dass wir uns 20 Sekunden lang gründlich die Hände waschen müssen, um uns vor dem Coronavirus zu schützen", erzählt die neunjährige Jihan. Sie lebt in einem Flüchtlingslager im Norden von Aleppo.

In den engen Zeltstädte ist der Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie eine besondere Herausforderung. Sauberes Wasser und Hygieneartikel sind nicht ausreichend vorhanden. Um Kinder wie Jihan und ihre Familien zu schützen, gehen unsere mobilen Gesundheitsteams von Zelt zu Zelt. Wir klären über Präventionsmaßnahmen auf, liefern Seite und statten Flüchtlingslager mit Wassertanks aus.

 

UNICEF bekämpft seit vielen Jahren den Wassermangel in Syrien mit Notlieferungen auf Trucks und dem Bau und der Reparatur von Brunnen.

Ein besonderes Anliegen ist der Wiederaufbau der dauerhaften Wasserversorgung von Schulen.

Die achtjährige Heva aus Aleppo ist wie viele andere Kinder von den Wasserlieferungen abhängig. „Ich helfe meiner Familie fünfmal am Tag, Wasser aus dem Wassertank zu holen", erzählt Heva.

 

Abdulkader ist erst 9 Jahre alt und musste bereits auf der Baustelle arbeiten, um seine Familie zu unterstützen. Dank einem speziellen UNICEF-Bildungsprogramm ist er jetzt wieder zurück in der Schule und kann zwei Jahre Unterricht in kurzer Zeit nachholen.

Trotz der Schulunterbrechungen aufgrund der Coronapandemie kann Abdulkader weiterlernen: „Ich möchte die Schule nie wieder verlassen. Ich möchte nach dem Schulabschluss Bauingenieur oder Architekt werden“, erzählt Abdulkader.



Unsere Ziele im Jahr 2021



So hilft UNICEF den Kindern in Syrien

  • UNICEF ist vor Ort, auch mitten in den Krisengebieten, um Kinder in Not mit Hilfe zu erreichen.
  • 3,3 Millionen Kinder wurden im Jahr 2019 gegen Polio geimpft.
  • Wir wiegen, messen und untersuchen Mädchen und Buben, um Mangelernährung vorzubeugen und rechtzeitig zu behandeln.
  • Trotz der widrigen Umstände stellen wir einen Zugang zu Bildung sicher. Im Jahr 2019 konnten 5 Millionen Kinder wieder in die Schule gehen.
  • In unseren kinderfreundlichen Zonen wurden 2019 etwa 394.000 Mädchen und Buben psychosozial betreut, um die Traumata des Krieges zu verarbeiten.
  • Wir sanieren und installieren Wassersysteme und konnten im Jahr 2019 zwei Millionen Kinder mit sauberem Trinkwasser versorgen.


Heilung der Traumata durch psychosoziale Betreuung

Die Traumata des Syrienkrieges haben den siebenjährigen Omar verstummen lassen. Bei einem Angriff hat eine Bombe das Haus seiner Familie getroffen und seinen Vater getötet. Seit diesem Tag hat Omar kein Wort mehr gesprochen.

Seine Mutter Mahasen war am Rande der Verzweiflung. Als sie hörte, dass ein mobiles UNICEF Kinderschutzteam ihre von Konflikten betroffene Region besucht, brauchte sie Omar sofort zu unseren Experten. In der Gruppe lernen die Kinder über ihre Gefühle zu sprechen. Durch Basteln und Malen können die Kinder ihre traumatischen Erlebnisse auch spielerisch verarbeiten.

„Die Kinder lieben diese Aktivitäten. Das Zeichnen zum Beispiel hilft ihnen, den Schmerz, den sie in den letzten Jahren ertragen haben, in etwas Schönes und Erleichterndes zu verwandeln", erzählt ihre Mutter Mahasen.


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