9 Jahre Krieg in Syrien

Eskalation im Nordwesten: 600.000 Menschen sind auf der Flucht

Neun Jahre Bürgerkrieg in Syrien: Das bedeutet, dass Tausende syrische Kinder nicht wissen, wie sich Frieden anfühlt. Sie kennen nichts als Gewalt, Zerstörung und Flucht. Sie kennen ihr Heimatland nur im Ausnahmezustand. 11,7 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Die Lage für Kinder ist dramatisch. 5 Millionen Mädchen und Buben brauchen dringend humanitäre Hilfe.

Darüber hinaus leben 2,5 Millionen Kinder als Flüchtlinge in den Nachbarländern – wie Jordanien, Libanon oder der Türkei. Die Kinder wohnen mit ihren Familien in einfachen Zeltlagern. Extreme Temperaturen, stürmischer Wüstenwind und Überflutungen durch starke Regenfälle machen das Leben für die Menschen noch beschwerlicher. Die Eskalation in Nordwestsyrien hat das Leid der Menschen weiter verstärkt.

Ihre Spende hilft dabei das Leben syrischer Kinder und ihrer Familien zu retten. Bitte helfen Sie noch heute!


Die Lage der Kinder in Syrien

Nordwestsyrien: 500.000 Kinder auf der Flucht

Seit Anfang Februar mussten jeden Tag 6.500 Kinder vor der brutalen Gewalt in Idlib im Nordwesten Syriens fliehen. Schätzungsweise eine halbe Million Kinder haben sich in den letzten paar Monaten auf die Flucht vor den anhaltenden Kämpfen begeben.

Die Lage ist für die Kinder dramatisch. Es fehlt am Essenziellen: Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente. Viele Menschen sind obdachlos und flüchten sich zur Not in verlassene Gebäude wie Schulen, Moscheen oder Kriegsruinen. Zehntausende Kinder und ihre Familien haben jedoch überhaupt kein Dach über dem Kopf. Sie leben in Parks und sind dem Wetter hilflos ausgeliefert. 


So hilft UNICEF in Syrien – Ergebnisse 2019

UNICEF ist vor Ort und unterstützt die bedürftigen Kinder. Im Jahr 2019 konnte UNICEF über 4,7 Millionen Menschen – darunter 2 Millionen Kinder – durch die Sanierung und Installation von Wassersystemen, mit sauberem Trinkwasser versorgen. Mehr als 2 Millionen Frauen und Kinder erhielten Gesundheitsberatungen und 394.000 Kinder wurden mit psychosozialen Dienstleistungen, wie kinderfreundlichen Räumen, unterstützt, um die Traumata des Krieges zu verarbeiten. 


Omars letztes Spielzeug

Omar ist elf Jahre alt und lebt im Flüchtlingslager Za'atari. Er erinnert sich nicht mehr wirkllich an seine Heimat, aber er denkt, dass Syrien mindestens so groß ist wie ein UNICEF Makani-Zentrum.

Makani, das heißt übersetzt "my space", also "mein Ort". Im Flüchtlignslager Za'atari gibt es 13 solcher Zentren. Dort kann Omar mit allen anderen Kindern lernen und psychosoziale Unterstützung bekommen.

Sein Lieblingsfach ist Mathematik und er lernt viel, um seinen Traum zu verwirklichen:"Ich möchte Pilot werden. Früher hatte ich Angst vor Flugzeugen, aber jetzt will ich reisen. Vielleicht habe ich keine Angst mehr, wenn ich in ein Flugzeug steige."

Eine Erinnerung an Syrien findet er in seinem letzten verblieben Spielzeug.

"Mein Ben 10 verwandelt sich in einen Außerirdischen aus dem All und er rettet die Welt", sagt der 11-Jährige. "Ich habe es aus Syrien mitgebracht. Mein Bruder gab es mir, bevor er starb."

Omar verlor seine beiden älteren Brüder im Krieg. Sein Bruder Abdulrahman war erst sieben Jahre alt, als er starb. "Er kaufte die Figur für mich auf dem Markt und sagte mir, ich solle mich darum kümmern. Wir haben den Cartoon immer zusammen gesehen. Ich sehe ihn mir jetzt immer noch an, wenn ich kann."

"Die meisten Sachen mussten wir zurücklassen, aber meine Mutter packte meine Figur ein, damit ich etwas zum Spielen habe. Es ist so wichtig für mich. Dieses Spielzeug ist für mich so wie ein Bruder. Ich werde es für immer behalten.", erzählt Omar.

Der beste Teil von Omars Tag ist der Sonnenuntergang, wenn er von der Schule nach Hause kommt, etwas isst, seine Hausaufgaben macht und mit seiner Familie beisammen sitzt. Er hat jetzt zwei kleine Schwestern, die ihm die Welt bedeuten. Seine jüngste Schwester Islam darf sogar mit Ben 10 spielen.

"Ich bin jetzt der einzige Bub. Ich glaube, mein Bruder wäre stolz auf mich."


Syrien: Ziele von UNICEF für das Jahr 2020

Ernährung

  • 2,4 Millionen Kinder im ersten Lebensjahr sowie schwangere und stillende Frauen sollen Mikronährstoffe erhalten.

Gesundheit

  • 2,9 Millionen Kinder unter 5 Jahren werden gegen Polio geimpft.
  • 680.000 Kinder sollen vor den Folgen extremer Wettereinflüssen geschützt werden.

Wasser und Hygiene

  • Verbesserte Wasserversorgung für 3,7 Millionen Menschen.
  • 1,3 Millionen Menschen sollen Zugang zu angemessenen Sanitäranlagen haben.

Bildung

  • 2,4 Millionen Kinder sollen Zugang zu formaler Bildung erhalten.
  • UNICEF will 440.000 Kindern eine nicht-formale Bildung ermöglichen.

Kinderschutz

  • 2,4 Millionen Menschen sollen mit Minenrisikoaufklärung erreicht werden.
  • 350.000 Menschen erhalten strukturierte und nachhaltige psychosoziale Unterstützung.

Schule trotz Krieg - Wie die Kinder rund um Idlib trotzdem lernen können


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UNICEF News zu Syrien

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