FGM/C - Genitalverstümmelung beenden

Alle 10 Sekunden werden die Genitalien eines Mädchens unter 12 Jahren verstümmelt. Weltweit müssen Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen des Eingriffs leben. Jährlich sind drei Millionen Mädchen der Gefahr, Opfer von Genitalverstümmelung zu werden, ausgesetzt. 

FGM (Female Genital Mutilation) - Weibliche Genitalverstümmelung - hat lebenslange gesundheitliche und seelische Folgen und bringt die Mädchen in Lebensgefahr. Immer wieder verbluten Mädchen oder sterben an lebensbedrohlichen Infektionen. Mit Informations- und Sensibilisierungskampagnen kämpfen wir gegen diese grausame Tradition. Laut UNICEF sind circa zwei Drittel der Männer, Frauen, Buben und Mädchen in Ländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung üblich ist, der Meinung diese Praxis zu beenden.

„Obwohl weibliche Genitalverstümmelung mit geschlechtsspezifischer Diskriminierung assoziiert wird, sagen uns die Untersuchungsergebnisse, dass sich die Mehrheit der Buben und Männer gegen diese Praxis ausspricht“, meint Francesca Moneti, UNICEF-Expertin für Kinderschutz. „Leider bleiben die Bestrebungen vieler Individuen, weibliche Genitalverstümmelung zu beenden, oft im Verborgenen. Viele Frauen und Männer sind immer noch der Meinung, dass die Praxis notwendig sei, um in ihren Gemeinschafen akzeptiert zu werden", so Francesca.

Wissen: FGM/C (Female Genital Mutilation/ Cutting)

FGM/C (Female Genital Mutilation/ Cutting) bezeichnet das teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile oder andere Verletzungen, die den weiblichen Geschlechtsorganen zugefügt werden. Die Gründe dafür finden sich in den kulturellen oder anderen Traditionen. Eine medizinische Notwendigkeit ist nicht gegeben. Es gibt für die Praxis keine religiöse Rechtfertigung. Sie wird von der Thora, dem Koran oder der Bibel nicht verlangt.

Oft werden Scheren, Rasierklingen oder Glasscherben dafür verwendet, oft wird sie ohne Betäubung durchgeführt Die gesundheitlichen Konsequenzen können von Entzündungen und Komplikationen bei der Geburt bis zum Tod führen. Viele Betroffene haben ihr Leben lang mit psychischen Folgen zu kämpfen. (z.B. Depressionen)

Wo wird weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) praktiziert?

Weltweit sind mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen, meistens sind es Babys und Kleinkinder. FGM/C ist besonders in westlichen, östlichen und nordöstlichen Regionen Afrikas, in einigen Ländern Asiens und im Nahen Osten verbreitet.

Vorkommen von FGM/C

Laut der UNICEF Datenbank ist die größte Häufigkeit von FGM/C bei Mädchen und Frauen, im Alter von 0-14 Jahren, in folgenden Ländern zu beobachten: Mali (73%), Gambia (56%) und Mauri (51%). Der Prozentsatz von Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren, ist in folgenden Ländern Afrikas am höchsten: Somalia (98%), Guinea (97%) und Djibouti (93%). (Stand: oktober 2018)

Auch in Europa wurden in der Vergangenheit FGM/C durchgeführt. Mit der Migration aus anderen Ländern mit einer hohen Beschneidungsrate ist FGM/C wieder ein Thema geworden. Nicht zu vergessen ist dabei die Tatsache, dass sowohl in Europa, als auch in den USA weibliche Genitalbeschneidung, bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, praktiziert wurde.

Anlass zur Hoffnung

Laut UNICEF sprach sich demnach eine große Mehrheit der Menschen in den betroffenen Regionen gegen FGM/C aus. Dies gibt Anlass zur Hoffnung diese Praxis zu beenden.  

Im Jahr 2015 erließen Gambia und Nigeria eine nationale Rechtsvorschrift, wonach alle Formen von FGM/C unter Strafe zu stellen sind.  Dies hatte zur Folge, dass sich mehr als 1.900 Gemeinschaften in 16 Ländern mit verfügbaren Daten - fünf Millionen Personen - in Form von öffentlichen Erklärungen und Kundgebungen gegen FGM/C aussprachen. Die bei der UN-Generalversammlung im September 2015 angenommenen Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) beinhalten neben den 17 Hauptzielen eine weitere Zielvorgabe, die mit der Beseitigung aller schädlichen Praktiken - wie weibliche Genitalverstümmelung und Kinderehen – bis 2030 einher geht. 

Die Forschungsergebnisse von UNICEF lassen auch darauf schließen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad der Mutter und der Wahrscheinlichkeit einer Genitalverstümmelung ihrer Tochter gibt. In 28 Ländern mit verfügbaren Daten ist eine von fünf Töchtern von Müttern ohne Bildungszugang ein Opfer von FGM/C geworden. Bei den Müttern mit höherer Schulbildung ist es eine von neun Töchtern. 

"Es hat mich um das Vertrauen zu meinen Eltern gebracht."

Meaza Garedu ist 14 Jahre alt und lebt in Äthiopien. Als sie 10 Jahre alt war wurde sie ein Opfer weiblicher Genitalbeschneidung. Heute kämpft sie gegen diese Praktik an.

„In meinem Dorf gibt es ein Mädchen, sie ist jünger als ich und wurde noch nicht beschnitten weil ich mit ihren Eltern über die Problematik dieser Praktik gesprochen habe.“, sagt die 14 jährige Meaza.

„Ich habe ihnen erzählt welche Schmerzen mir diese Operation zugefügt hat und wie sie mich traumatisiert hat. Außerdem hat sie mich um das Vertrauen zu meinen Eltern gebracht. Also haben sie entschieden, dass das ihrer Tochter nicht passieren darf!“

Mehr Mobilisierung wird benötigt

„Die Datensammlung spielt eine wichtige Rolle, um die wahren Meinungen und Anschauungen von Gemeinschaften zu FGM aufzudecken“, sagt Moneti. „Wenn einzelne Personen erkennen, dass andere die Praxis nicht unterstützen, wird es einfacher FGM zu beenden. Jedoch muss mehr Arbeit mit jungen Menschen, Männern und Frauen, Gemeinschaften, wie auch religiösen und politischen Leitfiguren stattfinden, um diese Erkenntnisse hervorzuheben und auf die schädlichen Folgen von FGM aufmerksam zu machen. Man muss nun diese Bewegung beschleunigen, um FGM zu beenden.“

UNICEF und der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) arbeiten momentan in 17 Ländern auf allen Ebenen zur Beendigung von Weiblicher Genitalverstümmelung. 

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UNICEF hilft im Kampf gegen FGM/C

Gesetze allein reichen zum Schutz der Mädchen nicht aus - die Tradition muss hinterfragt und offen diskutieren werden. Denn oft lassen Eltern ihre Töchter beschneiden, weil sie annehmen, dass das erwartet wird. Die Angst vor Ausgrenzung ist dabei sogar stärker als die vor Strafverfolgung: In den meisten Ländern ist die Praktik mittlerweile gesetzlich verboten.

Durch Informations- und Sensibilisierungskampagnen werden Gemeinschaften davon überzeugt, gemeinsam die Verstümmelung ihrer Mädchen zu beenden. UNICEF arbeitet dabei eng mit Entscheidungsträgern wie Regierungsverantwortlichen, religiösen Führern und lokalen Netzwerken zusammen.

Mädchen werden heute deutlich seltener Opfer von Genitalverstümmelung als noch ihre Mütter. Inzwischen spricht sich die Mehrheit der Menschen in den meisten betroffenen Ländern dafür aus, die Tradition der Mädchenbeschneidung abzuschaffen.

Im Jahr 2017 half UNICEF 870.000 von FGM betroffenen Frauen mit psychosozialer Unterstützung, Bildungsprogrammen und weiteren Initiativen!


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