Südsudan: Niema (3 Jahre alt) sitzt in einem Flüchtlingslager. Sie floh mit ihrer Mutter, um nicht in Wau getötet zu werden.

Kinder und Krieg - Berichte und Reports


3 Jahre Krieg im Jemen: UNICEF-Report "If Not in School"

Der Report „If not in School“ („Wenn wir nicht in die Schule gehen“) beleuchtet die Situation der Kinder im Jemen zu Beginn des vierten Kriegsjahres. Seit 2015 haben dort fast eine halbe Million Kinder die Schule abgebrochen. Damit gehen im ärmsten Land der arabischen Welt heute über zwei Millionen Mädchen und Buben im Jemen nicht in die Schule. Drei Viertel aller Lehrer haben seit einem Jahr kein Gehalt mehr erhalten. Über 2.500 Schulen im Jemen sind außer Betrieb; zwei Drittel wurden bei Angriffen beschädigt; 27 Prozent wurden geschlossen und sieben Prozent werden für militärische Zwecke oder als Notunterkünfte genutzt.

Für Kinder ist der Weg zur Schule gefährlich: Immer wieder werden Mädchen oder Buben unterwegs getötet. Weil sie um die Sicherheit ihrer Kinder fürchten, behalten viele Eltern ihre Kinder zu Hause. Fehlende Bildungsmöglichkeiten führen auch dazu, dass Eltern ihre Töchter schon im jungen Alter verheiraten. Viele Kinder arbeiten oder werden als Kämpfer rekrutiert.

UNICEF ruft alle Konfliktparteien, und diejenigen, die Einfluss auf sie haben, dazu auf den Krieg und alle schweren Angriffe auf Kinder zu stoppen, die Lehrer zu bezahlen, die Bildung der Kinder zu schützen und Hilfe für Bildung zu finanzieren.

Download:

UNICEF-Report "If Not in School" (PDF, Englisch, 2 MB)

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UNICEF-Report zu Jemen: "Born into war"

1000 Tage verlorene Kindheit

Seit der Eskalation der Gewalt im März 2015 sind über drei Millionen Kinder im Jemen geboren worden. Ihre Lebenschancen zählen zu den schlechtesten weltweit – so der UNICEF-Bericht “Born into War” („Im Krieg geboren”). Gewalt, Vertreibung, Krankheiten, Armut, Unterernährung und unzureichende Versorgung mit Trinkwasser, medizinischer Hilfe und Bildung prägen ihre Kindheit.

Seit März 2015 wurden im Jemen über 5.000 Kinder verletzt oder getötet – jeden Tag fünf Kinder. Über elf Millionen Kinder sind in dem ärmsten Land des Nahen und Mittleren Ostens heute auf humanitäre Hilfe angewiesen – das sind praktisch alle Kinder. Durch die schlechte Versorgung mit Nahrungsmitteln leiden im Jemen laut UNICEF heute schätzungsweise 1,8 Millionen Kinder an akuter Mangelernährung. Etwa 400.000 von ihnen sind so schwer betroffen, dass sie um ihr Leben kämpfen müssen. Durch den Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung kam es zu einer der größten Choleraepidemien der vergangenen Jahrzehnte. Schätzungsweise 250.000 Kinder sind davon betroffen.

Der Konflikt hat noch weiterreichende Folgen für die Kinder, da derzeit weniger als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Jemen voll funktionsfähig sind. Die MitarbeiterInnen erhalten teilweise keinen Lohn mehr. Das Gleiche gilt für LehrerInnen. Die Folge ist, dass über zwei Millionen Kinder keine Schule besuchen können.

Trotz der schwierigen Situation im Jemen leistet UNICEF mit seinen Partnern umfangreiche humanitäre Hilfe.

Download:

UNICEF-Report "Born into war" (PDF, Englisch, 22 MB)

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The Children of Yemen: "Falling through the cracks"

Das Deckblatt des Berichts.

Nach zwei Jahren Krieg im Jemen stoßen immer mehr Familien an die Grenzen des Ertragbaren. Dem neuen UNICEF-Bericht „Falling through the Cracks“ zufolge sinken 17 Millionen Menschen – das sind über 65 Prozent der jemenitischen Bevölkerung – immer tiefer in Armut, Unsicherheit und Verletzlichkeit. Das ärmste Land im Mittleren Osten steht vor einer ökonomischen, sozialen und humanitären Krise wie noch nie zuvor.

Den Kinder im Jemen droht eine dramatische Hungersnot. Die Anzahl der extrem armen und gefährdeten Menschen steigt rasant an. Jede zweite Person im Jemen lebt von unter zwei US-Dollar pro Tag. Etwa 80 Prozent der Familien sind verschuldet oder müssen sich Geld leihen, um ihre Kinder ernähren zu können. Jemenitische Familien essen generell viel weniger, müssen Mahlzeiten auslassen oder entscheiden sich für die billigsten Lebensmittel.

Kinder zahlen den höchsten Preis für diesen Konflikt. Sie verlieren die Möglichkeit zu wachsen, zu lernen und ihr volles Potential auszuschöpfen.

Download:

The Children of Yemen - Falling through the Cracks (pdf, Englisch, 8.77 MB)

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Ein hoher Preis für Kinder (2016)
© UNICEF/UN037295/Soulaiman

Iraq is now one of the most dangerous places in the world for children. Four decades of conflict, sanctions, violence, insecurity and economic stagnation have brought development in the country to its knees. At the end of 2015, Iraq had missed all, bar one, of its eight Millennium Development Goals including targets for increasing school enrolment, reducing child deaths before their fifth birthday and improving access to safe drinking water. The intensification of conflict since 2014 has had a catastrophic impact on children in the country. UNICEF estimates that 4.7 million children across Iraq are in need of assistance - that’s around one-third of all children in the country. Since the war began in Syria in 2011, Iraq has also been hosting more than 245,000 Syrian refugees, nearly a quarter of whom are children. Almost two thirds of Iraqi children in need are in areas beyond the control of the Government of Iraq. Multiple armed factions are waging war throughout the country, putting people of every ethnicity and background in danger - killing and injuring thousands, trapping civilians in cities under siege and forcing families to flee their homes. Massive movements of people who have been forced from their homes by fighting - many from areas cut off from aid like Fallujah - characterise the ongoing crisis. Almost ten per cent of the country’s children – more than 1.5 million – have been forced to flee their homes due to violence since the beginning of 2014, often moving multiple times to seek safety.

Download:

"A Heavy Price for Children" (PDF, Englisch, 3.5 MB)


Bildung unter Beschuss (2015)
Ein syrisches Mädchen in einer Zeltschule im Flüchtlingscamp Faida 3.
© UNICEF/MENA2014-00042/Romenzi
Ein syrisches Mädchen in einer Zeltschule im Flüchtlingscamp Faida 3.
Der Bericht "Education Under Fire" als Download.
© UNICEF
Der Bericht "Education Under Fire" als Download. <br>
(PDF, Engl., 2,25MB)

Wegen der brutalen Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika gehen laut einem heute veröffentlichten UNICEF-Bericht derzeit 13 Millionen Kinder nicht zur Schule. Die fehlenden Bildungs- und Zukunftsperspektiven ihrer Kinder sind ein Grund für Familien aus den Krisengebieten, ihre Heimat zu verlassen und Zuflucht in Europa zu suchen. Der mit Abstand größte Teil der rund vier Millionen syrischen Flüchtlinge hält sich nach wie vor in den Nachbarländern Libanon, Jordanien, Irak und Türkei auf. Diese bemühen sich mit Unterstützung von UNICEF, die Kinder in die Schule zu bringen. Trotzdem hat dort über die Hälfte der Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung. UNICEF ruft deshalb dringend zu mehr Unterstützung für Kinder in den syrischen Nachbarländern auf.

„Die zerstörerischen Folgen von Konflikten bekommen Kinder in der ganzen Region zu spüren“, sagt Peter Salama, der UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Nicht nur Schulen liegen in Trümmern, sondern auch die Träume und Zukunftsaussichten einer ganzen Generation von Schulkindern.“

Der Report „Education Under Fire” zeigt, dass verschiedene Faktoren zur Bildungsnot der Kinder beitragen: Fast 9.000 Schulen in Syrien, Irak, Jemen und Libyen sind zerstört oder nicht benutzbar, Tausende Lehrer sind geflohen, und vielerorts schicken Eltern ihre Kinder nicht zum Unterricht, weil der Schulweg lebensgefährlich ist.

Länder, die sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben wie zum Beispiel Libanon, sind überlastet und nicht in der Lage, so viele Kinder in die Schulen zu integrieren. Wirtschaftliche Not führt dazu, dass immer mehr Flüchtlingskinder arbeiten müssen oder schon als Teenager verheiratet werden. In der Folge haben in der Türkei, im Libanon, im Irak, in Jordanien und Ägypten durchschnittlich 53 Prozent der syrischen Flüchtlingsmädchen und -jungen im Schulalter keinen Zugang zu Bildung.

UNICEF betreibt unter anderem Schulen in den Flüchtlingscamps in Jordanien, unterstützt 600 Schulclubs mit Aufholkursen innerhalb Syriens, stattet Campschulen in der Türkei mit Möbeln und Lernmaterial aus und verteilt Schulrucksäcke, Hefte und Stifte an vertriebene Kinder im Irak. Um mehr Flüchtlingskindern in ihrer Heimatregion Bildung und Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, werden allerdings dringend mehr Spenden benötigt. Bisher wurden nur zwei Prozent der internationalen Nothilfe-Gelder für Bildungsprogramme zur Verfügung gestellt.

Download:

Der Bericht "Education Under Fire" als Download. (PDF, Englisch, 2,25MB)