COVID-19-Pandemie: Trotz Behinderungen liefert UNICEF lebensrettende Hilfsgüter in über 100 Länder

New York/Kopenhagen/Wien - Im Jahr 2019 lieferte UNICEF Güter und Dienstleistungen für Kinder in 150 Ländern in einer Rekordhöhe von 3,826 Milliarden US-Dollar und erzielte Einsparungen in Höhe von 363,3 Millionen US-Dollar für Regierungen und Spender*innen, indem das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen seine Kaufkraft und strategischen Beschaffungsansätze in Zusammenarbeit mit Partnern und Unternehmen wirksam einsetzte.

Am 16. April 2020 erhielt UNICEF in Nigeria eine Lieferung lebenswichtiger medizinischer Hilfsgüter zur Unterstützung im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie. Die Lieferungen umfassten 10.000 Testkits, 15 Sauerstoffgeräte, persönliche Schutzausrüstung, Impfstoffe, Notfallkits und andere lebenswichtige Gesundheitsgüter.

Am 16. April 2020 erhielt UNICEF in Nigeria eine Lieferung lebenswichtiger medizinischer Hilfsgüter zur Unterstützung im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie. Die Lieferungen umfassten 10.000 Testkits, 15 Sauerstoffgeräte, persönliche Schutzausrüstung, Impfstoffe, Notfallkits und andere lebenswichtige Gesundheitsgüter. © UNICEF

Trotz der durch die COVID-19-Pandemie verursachten beispiellosen Transport- und Logistikbeschränkungen liefert UNICEF lebensrettende Hilfsgüter im Kampf gegen die Pandemie, die das Leben von Millionen von Kindern auf der ganzen Welt bedroht.

Von Lieferengpässen bis hin zu Transportbeschränkungen hat COVID-19 enorme Herausforderungen für unsere Beschaffungsvorgänge mit sich gebracht", sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Mit der Unterstützung unserer Partner konnten wir jedoch einige der dringendsten Bedürfnisse befriedigen und die Sicherheit von Kindern und Gemeinschaften gewährleisten", so Fore.

Bislang hat UNICEF in diesem Jahr wichtige Lieferungen an persönlicher Schutzausrüstung (PSA) an über 100 Länder geliefert, um deren Reaktion auf die Pandemie zu unterstützen. Darunter befanden sich 7,5 Millionen chirurgische Masken, 2,8 Millionen N95-Atemschutzmasken, fast 10 Millionen Handschuhe, über 830.000 Kittel und fast 600.000 Gesichtsschutzschilde. UNICEF lieferte auch über 550.000 diagnostische Tests aus, weitere 912.000 sollen bis August geliefert werden. Weiters schickt UNICEF über 16.000 Sauerstoffgeräte in 90 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Die begrenzte Verfügbarkeit kommerzieller Flüge hat auch einen hohen Tribut von Hilfsgüterlieferungen für reguläre Programme gefordert. In einem typischen Jahr hätte UNICEF von März bis Mai mehr als 700 Impfstofflieferungen in Länder durchgeführt. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2020 fand mit 391 Lieferungen etwas mehr als die Hälfte dieser Menge statt.

Um den Herausforderungen der Impfstofflieferungen zu begegnen, appelliert UNICEF an Regierungen, den Privatsektor und die Luftfahrtindustrie, Lösungen für den Transport von lebensrettenden Impfstoffen zu erschwinglichen Kosten anzubieten. So wurden beispielsweise in einer kürzlich verabschiedeten Charta separate Impfstofftransporte zu einem einzigen zusammengefasst und acht Zwischenstopps in westafrikanischen Ländern eingelegt, die sonst schwer zu erreichen wären.

Die COVID-19-Reaktion von UNICEF baut auf einem starken Jahr 2019 auf, als die Beschaffung von Lieferungen und Dienstleistungen durch UNICEF ein Rekordniveau von 3,826 Milliarden US-Dollar erreichte. Dies entsprach einem Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber 2018. Dank großzügiger Spenden konnte UNICEF Österreich 2019 über 2,8 Millionen Euro beisteuern. Mehr als ein Drittel der Gesamtbeschaffung entfiel mit 1,656 Milliarden US-Dollar auf Impfstoffe, das sind 2,43 Milliarden Dosen für fast 100 Länder, die 45 Prozent der Kinder unter fünf Jahren weltweit erreichen.

UNICEF übertraf auch sein Einsparungsziel für 2019 um mehr als 35 Prozent und erzielte durch die Nutzung strategischer Beschaffungsansätze Einsparungen in Höhe von 363,3 Millionen US-Dollar bei einer Reihe von Produkten.

UNICEF übertraf auch sein Einsparungsziel für 2019 um mehr als 35 Prozent und erzielte durch die Nutzung strategischer Beschaffungsansätze Einsparungen in Höhe von 363,3 Millionen US-Dollar bei einer Reihe von Produkten.

„Unsere Zusammenarbeit mit nationalen Regierungen, Partnern und dem Privatsektor ist für unsere Bemühungen, Kinder mit den benötigten Hilfsgütern zu versorgen, von entscheidender Bedeutung", sagt Etleva Kadilli, Direktorin der UNICEF-Zentrale für Versorgung und Beschaffung. „Durch unsere globale Reichweite und innovativen Ansätze nutzen wir unsere Kaufkraft und erzielen erhebliche Einsparungen für Regierungen und Unterstützer*innen. Für die gemeinsame Reaktion auf die COVID-19-Pandemie wird dieser Ansatz noch wichtiger, um jeden ausgegebenen Dollar zu maximieren und die regulären Programme aufrechtzuerhalten, während die Länder auch ihre COVID-19-Reaktionsbemühungen verstärken."

Der kürzlich veröffentlichte Hilfsgüter-Jahresbericht 2019 hebt eine Vielzahl von Beispielen hervor, wie UNICEF seine Versorgungs- und Logistikprozesse ausgebaut hat, um den sich entwickelnden Bedürfnissen von Kindern und Familien auf der ganzen Welt gerecht zu werden. Diese reichen von Bemühungen, neue Produkte auf den Markt zu bringen, über die Nutzung von Technologie zur Rationalisierung von Logistikoperationen bis hin zum Einsatz spezieller Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung von Regierungen bei der Lieferung von Hilfsgütern. Beispiele hierfür sind:

  • Die Ausweitung der Impfstoffbeschaffung in einer sich entwickelnden Landschaft von Angebot und Nachfrage sowie die Infrastruktur für die Kühlkettenausrüstung, die für die Sicherheit der Impfstoffe erforderlich ist;
  • Vorfinanzierungsinstrumente zur Unterstützung von Ländern, die einheimische Ressourcen nutzen, um Kinder rechtzeitig mit Impfstoffen zu versorgen;
  • Eine Mobiltelefonanwendung, die Echtzeitdaten nutzt, um UNICEF-Mitarbeiter*innen eine schnellere Lieferung und eine bessere Verwaltung der Lieferungen zu ermöglichen;
  • Recycling von Stahl aus ausgedienten Schiffen, um langlebigere, qualitativ hochwertige Lernzentren für Flüchtlingskinder in Bangladesch zu bauen;
  • Hochleistungszelte, die für humanitäre Einsätze zur Unterstützung wichtiger Dienste in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung und Kinderschutz eingesetzt werden.

Der Bericht hebt auch hervor, wie UNICEF nach dem Ebola-Ausbruch 2014-2016 in Westafrika die gesundheitliche Notfallvorsorge verstärkt hat, um in Gesundheitsnotfällen besser auf Versorgungsengpässe reagieren zu können. Diese Erfahrungen haben dazu beigetragen, die Maßnahmen für den COVID-19-Notfall zu gestalten.

Für Redaktionen

Eine Auswahl an Videos und Fotos steht Redaktionen im Rahmen der Berichterstattung zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Weitere Informationen darüber, wie UNICEF das Leben von Kindern im Jahr 2019 verändert hat, finden Sie im Hilfsgüter-Jahresbericht 2019. (in Englisch)

Weitere Informationen über die Arbeit von UNICEF im Kampf gegen das Coronavirus.