Idlib in Syrien: „Ich kann euch nicht beschreiben, was hier passiert."

Amman/Wien, 10. August 2018; UNICEF befürchtet, dass eine Eskalation der Gewalt in Idlib, im Nordwesten Syriens, 350.000 Kinder ohne sicheren Zufluchtsort zurücklassen wird.

Zwei Buben aus Afrin stehen in ihrem trostlosen Flüchtlingslager.

© UNICEF/UN0207858/Al-Issa - Hunderttausende syrische Kinder wurden bereits aus ihrem Zuhause vertrieben.

Ein Appell der Kinder in Syrien

Ich kann euch nicht beschreiben, was hier passiert. Wir haben nicht genug Wasser oder Nahrung und leben in Angst, sagt die 12-jährige Rand in Idlib, als sie in Tränen ausbricht.

In der Provinz Idlib gibt es mehr als eine Million Kinder wie Rand: Sie sind erschöpft vom Krieg, aber auch voller Angst vor Unsicherheit, Gewalt und weiteren Vertreibungen. Viele Kinder mussten flüchten, manche bereits bis zu sieben Mal. Die meisten leben jetzt in überfüllten Flüchtlingslagern und Notunterkünften in ländlichen Gebieten. Nahrung, Wasser und Medizin sind extrem knapp. Eine weitere Eskalation der Gewalt wird katastrophale Folgen für die Region haben, denn hier ist eine der größten Gemeinschaften von Binnenvertriebenen Syriens beherbergt.

Sara ist 14. Sie sagt, dass die kostbare Zeit, die sie in der Schule verbringt, ihr einziger Zufluchtsort geworden ist:Ich gehe nur ein- bis zweimal pro Woche in die Schule. Alle Fenster in der Schule sind kaputt und es gibt kein sauberes Wasser.

Da sich die gewaltvolle Situation weiter zuspitzt, werden die Kinder in Idlib wohl die Ersten sein, die darunter leiden und sie werden am meisten leiden, wie in anderen Teilen des Landes.

Syrische Kinder haben UNICEF erzählt, dass sie genug haben. Wir fordern die Kämpfer, diejenigen, die Einfluss auf sie haben, und diejenigen, die an den politischen Prozessen beteiligt sind, auf, Kindern Vorrang vor allen anderen Belangen einzuräumen, so Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. Die Kinder Syriens können und sollen keine weitere Welle der Gewalt, keinen weiteren erbitterten Kampf und schon gar keine weiteren Tötungen ertragen.

Für Sara, Rand und alle Kinder Syriens plädiert UNICEF, dass Kinder und ihre Bedürfnisse Vorrang vor politischen, militärischen und strategischen Gewinnen und Agenden haben. Das Schicksal der Kinder und die Zukunft Syriens hängen davon ab.

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