UNICEF Österreich: Kinder und Jugendliche müssen bei der Umsetzung der Agenda 2030 im Zentrum stehen

Erstmals berichtet Österreich heute zu den eigenen Fortschritten bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele bei den Vereinten Nationen.

Kinder lachen in die Kamera

Kinder müssen im Zentrum der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus und der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele stehen. Namborobakama, im Norden der Elfenbeinküste 2020

Wien, 15. Juli 2020 – Als eines von 47 Ländern führt Österreich heuer eine freiwillige nationale Überprüfung der Umsetzung der Agenda 2030 im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums 2020 (HLPF) durch und präsentiert seine Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele.

Das HLPF lud heuer aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu einem komplett digitalen Event zum Thema „Beschleunigtes Handeln und transformative Wege: Das Jahrzehnt des Handelns und der Umsetzung für nachhaltige Entwicklung verwirklichen".

„Die Agenda 2030 ist unser Fahrplan und ihre Ziele und Vorgaben sind die Mittel, um dorthin zu gelangen", so UN Generalsekretär António Guterres.

Wie sich COVID-19 auf die Agenda 2030 auswirkt

Langzeitauswirkungen der Covid-19 Krise für Kinder werden besonders in den vier Bereichen Kinderarmut, Bildung, Gesundheit und Überleben und Schutz z.B. vor physischer und psychischer Gewalt spürbar. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele bieten hier eine Richtschnur, um eine bessere Zukunft für Kinder zu gestalten.

„Die COVID-19-Pandemie hat uns alle daran erinnert, wie wichtig lebenswichtige Systeme sind, die das Leben der Menschen unterstützen. Gesundheit, Wasser, Bildung, sanitäre Einrichtungen, Ernährung, Impfungen, Schutz. Dies sind nicht nur Grundbedürfnisse für jeden Menschen und jede Gemeinschaft. Sie stellen auch einen Weg zu einer besseren Welt dar, von der uns die SDGs eine Vision vorgeben“, sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus müssen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beitragen und dabei das Hauptaugenmerk auf Kinder richten.

Empfehlungen von UNICEF

Die folgenden Grundsätze sollen dabei helfen, politische Inhalte zu formen, Prioritäten festzulegen und über die Debatte zur bestmöglichen Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele zu informieren. Sie dienen dazu eine bessere Zukunft festzulegen – und zwar für uns alle.

1. Die Rechte aller Kinder erfüllen - Kinderrechte und SDGs verknüpfen: Die Umsetzung der Kinderrechte muss zentraler Bestandteil von Plänen zur Erreichung der SDGs sein. Dazu zählt auch, Kinder in der Schule über ihre Rechte aufzuklären.
2. Monitoring – Datensammlung und -analyse sind entscheidend: Die Erfassung und Aufschlüsselung von kinderspezifischen Daten zur Erreichung der SDGs ist zentral, um Gruppen von Kindern zu identifizieren, die am stärksten von einem Risiko betroffen sind, benachteiligt zu werden.
3. Investitionen – Öffentliche Ausgaben auf Kinder und Jugendliche fokussieren: Investitionen in die Bildung, den Schutz, die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern müssen Priorität haben.
4. Aktivieren – Bewusstseinsbildung und bedeutungsvolle Partizipation von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen: Dies kann auf nationaler oder lokaler Ebene zum Beispiel durch einen Jugendrat in einer Gemeinde erfolgen.
5. Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen stärken: Kinder und Jugendliche bringen Kreativität, Energie und Fähigkeiten ein, die für die Erreichung der Sustainable Development Goals notwendig sind.

Bisherige UNICEF Analysen zeigen, dass in Österreich in Bezug auf die kinderspezifische Datenerfassung der SDG-Fortschritte noch Lücken bestehen (insbesondere im Bereich Schutz vor Gewalt und Ausbeutung (SDGs 5.3 und 16.2)) und im internationalen Vergleich u.a. im Bereich Bildung noch Aufholbedarf besteht.

Kinder müssen in die Implementierung und die Umsetzung von Maßnahmen mit einbezogen werden, denn schließlich wird hier die Welt gestaltet, in der sie künftig leben werden.

UNICEF Österreich setzt daher Projekte, wie Kinderfreundliche Gemeinden und den aktuellen Kreativwettbewerb „Denk dir die Welt“ um, damit Kinder in die Entwicklung von Maßnahmen für eine bessere Welt von morgen miteinbezogen werden und eine Plattform erhalten, ihre Meinung und Ansichten auszudrücken.

UNICEF Österreich macht in seiner Arbeit auf die Relevanz der Kinderrechte für eine erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele aufmerksam. UNICEF Österreich ist Mitglied von SDG Watch Austria, einer zivilgesellschaftlichen Plattform, die sich für eine ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in Österreich einsetzt.

Für Redaktionen

Video-Statement von ED Henrietta Fore

Weitere Informationen zum Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) und Dokumente und Berichte von Österreich.

Das Hochrangige Politische Forum dauert noch bis 15. Juli und kann online angesehen werden: http://webtv.un.org/