Nothilfe Zyklone Idai & Kenneth

Nach dem zweiten verheerenden Wirbelsturm "Kenneth" sind weitere 368.000 Kinder in Mosambik gefährdet!

Zyklon Kenneth landete im April im Norden Mosambiks als Sturm der Kategorie 4 und hat in einigen Dörfern bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört. Kurz zuvor war Zyklon Idia über die Region gezogen.

Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass in der gleichen Saison zwei starke tropische Wirbelstürme Mosambik heimgesucht haben. Nur knapp sechs Wochen zuvor hatte schon Wirbelsturm Idai verheerende Zerstörung gebracht. Die Verwüstung durch die Wirbelstürme Idai und Kenneth benötigen allein in Mosambik 1,1 Millionen Kinder akut humanitäre Hilfe!

UNICEF ist vor Ort mit Teams vertreten, die auf Gesundheit, Ernährung, Kinderschutz, Wasser und Hygiene spezialisiert sind und stellt humanitäre Hilfsgüter, einschließlich Gesundheitsausrüstungen und Wasserreinigungsartikel, für die Bevölkerung bereit. Es wird noch Jahre dauern, bis die Region wieder in eine Normalität zurückfindet.

Ihre Unterstützung wird noch immer dringend gebraucht: Bitte spenden Sie noch heute für die Nothilfe von UNICEF vor Ort!



So hilft UNICEF in Malawi, Mosambik und Simbabwe

Gesundheit

UNICEF hat bis heute mehr als 700.000 Kinder gegen Polio und mehr als 650.000 Kinder gegen Masern und Röteln geimpft. Da viele Gesundheitsstationen und Krankenhäuser zerstört wurden, wird fieberhaft daran gearbeitet, diese Verluste mit temporären und mobilen Kliniken auszugleichen.

Wasser & Hygiene

UNICEF verteilt Wasserreinigungstabletten und installiert Latrinen, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten und die Kinder zu schützen. Zusätzlich wird sauberes Wasser direkt in Tanks geliefert, um den akuten Bedarf decken zu können. 

Schule & Bildung

Viele Schulen wurden zerstört/beschädigt oder werden als Unterkünfte genutzt. Zelte für Notschulen sind bereits in den betroffenen Regionen. UNICEF und Partner entsenden zusätzliches Lehrpersonal, Schulmaterialien und Materialien für die frühkindliche Entwicklung nach Malawi, Mosambik und Simbabwe.

Cholera-Impfstoffe

Nach den Zyklonen gibt es bislang mehr als 1.000 Cholera-Fälle allein in Mosambik. UNICEF errichtete 7 Cholera-Behandlungszentren mit 500 Betten in den betroffenen Regionen. Es wird fieberhaft daran gearbeitet, den Menschen sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.





Die Geschichte von Annie und ihren Kindern


Baby Ndaziona war gerade erst zwei Tage auf der Welt, als ihre Mutter Annie beschloss, mit ihr und den älteren Geschwistern zu fliehen. Seit vier Tagen hatte es ununterbrochen geregnet. Mitten in der Nacht wachte sie auf. "Ich schaute nach draußen und sah das Wasser schon auf uns zukommen", erzählt sie. Sie wusste, ihr kleines Haus aus Stroh und Lehmziegeln würde den Wassermassen nicht standhalten. "Ich nahm die Kinder und rannte." Sie war gerade ein paar Meter weg, da brach das Haus zusammen. Annie ist bewusst, wie knapp sie dem Tod entronnen sind. "Die Kinder weinten, und ich hatte solche Angst."


Mit ihren Kindern Chimwemwe (10), Usta (7), Alefa (5) und Baby Ndaziona verbrachte Annie die folgende Nacht gemeinsam mit acht weiteren Familien beim Dorfältesten. Danach gingen sie in das Notlager von Bangula Admac. Dort leben sie jetzt seit zwei Wochen. Ihre Unterkunft ist eine alte Markthalle. Über 5.300 Menschen suchten hier Schutz – viele von ihnen aus Mosambik, wo die Flut noch schlimmer war als in Malawi.

Jetzt, da der Regen endlich aufgehört hat, ist es sehr heiß in der Notunterkunft. Die Menschen suchen Schatten unter dem Dach oder den Bäumen. Die Halle hat keine Wände, die Menschen sind Wind und Wetter ausgeliefert. Frauen kochen in schweren Eisentöpfen oder tragen Wasser auf dem Kopf. Einige Händler verkaufen Obst oder Donuts.

Isaac Falakeza leitet das Camp. Er ist ein ehemaliger Lehrer. "Es ist total überfüllt hier, aber wir versuchen, jedem zu helfen," sagt er. Die UNICEF-Nothilfe ist angelaufen: Hilfsgüter wie Eimer, Seife und Hygieneartikel werden in die betroffenen Gebiete in Süd-Malawi gebracht. Dank Vorräten im Land ist UNICEF gut auf den Katastrophenfall vorbereitet und kann die Familien schnell mit dem Nötigsten versorgen: Mittel gegen Durchfall, Antibiotika und Malaria-Netze.


Eines der wichtigsten Hilfsgüter, das Annie von UNICEF erhalten hat, ist ein blauer Kübel. Den braucht sie, um Wasser vom Brunnen zu holen. Ein kostbarer Besitz für sie, die nichts mehr hat. Zehn Minuten muss sie bis zum Brunnen laufen. Im Dorf hat sie ihr zerstörtes Haus gesehen: Nur noch das Strohdach ist übrig geblieben, alles andere ist dem Erdboden gleich. "Ich würde gern wieder nach Hause. Das Camp ist kein Platz für ein Baby", sagt sie. Für den Wiederaufbau hat sie kein Geld, sie verdient nur etwas über einen Euro am Tag als Wäscherin oder durch den Verkauf von Feuerholz. "Das meiste gebe ich gleich wieder aus für Gemüse oder Maismehl."


Zurück im Camp zeigt UNICEF-Mitarbeiter Allan Kumwenda ihr, wie sie den "Wasser-Wächter" benutzt, einen kleinen Plastikbehälter. Allan Kumwenda träufelt ein paar Tropfen Chlor ins Wasser und prüft anhand einer Farb-Skala, ob es sicher zum Trinken ist. "Direkt an der Pumpe ist das Wasser noch sauber. Aber beim Transport kommen dann Schmutz und gefährliche Keime hinein", erklärt er. Diese können gefährliche Krankheiten wie Cholera verursachen, die für Kinder lebensbedrohlich sein können. Der "Wasser-Wächter" schützt Annie und ihre Familie. Annie freut sich: "Jetzt muss ich keine Angst mehr um meine Kinder haben."



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